Gisela Brandt (Berlin): Frauen im deutschsprachigen Zeitungsdiskurs des Baltikums (1767–1811)
Susanne Haaf-Dumont (Leipzig) / Britt-Marie Schuster (Paderborn): Diachrone Genderlinguistik: Entwurf eines Forschungsprogramms am Beispiel von (Familien)Briefen aus dem 18. Jahrhundert
Lauri Marjamäki (Helsinki): Historische Alltagssprache in der Korrespondenz von Johanna Theresia und Ferdinand Bonaventura Harrach
Lenka Vodrážková (Prag): „[…] ich embrassire Dich, Deine Gräfin und alle Kinder und der übrigen Compagnie empfehle ich mich und bin und bleibe wie allezeit von Dir, lieber Sohn, treue Mutter […]“. Zu sozial-kontextuellen und sprachlichen Aspekten der Korrespondenz von Mutter an ihren Sohn, am Beispiel der Familienmitglieder des böhmischen Adelsgeschlechts Chotek von Chotkow und Wognin in den 1790er Jahren
Dominika Janus (Gdańsk): Luise Kulmus-Gottsched als Akteurin der deutschen Textsortengeschichte
Lucia Assenzi (Innsbruck): Frauen als sprachliche Innovatorinnen? Morphologischer Wandel im 17. Jahrhundert
Valentina Savietto (Padua): Das Mozartjahr 2026 – eine Feier in den Augen der Mozarts Frauen. Eine Erkundung der Briefe, Reisenotizen und Nachschriften aus der ‚Bibliotheca Mozartiana‘
Małgorzata Kosacka (Warschau): Eine Oper weiblich schreiben? Figaros oder doch Susannas Hochzeit?
Cristina Dogaru (Bukarest): Vom privaten Brief zur öffentlichen Stimme: Weibliches Schreiben und kommunikative Handlungsmacht in Sophie von La Roches Briefromans ,Geschichte des Fräuleins von Sternheimʽ (1771)
Thérèse Robin (Paris): Die Sprache der Frauen im Nibelungenlied
Petra Kourukma (Bonn): Emphase in offiziellen und privaten Schreiben von Klosterfrauen aus Nürnberg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
Anja Voeste (Gießen): Maß und Zorn. Sprachliche Inszenierung weiblicher Tugend und Devianz im ‚Gesprech von zwaien Schwestern‘ (1533)
Ingrid Puchalová (Košice): Erinnerung schreiben. Gattung, Autorschaft und Sinnstiftung bei Helene Kottannerin
Jarochna Dąbrowska-Burkhardt (Zielona Góra): Pragmalinguistische Analyse historischer Kommunikation anhand von weiblichen Stammbucheinträgen aus dem 18. Jahrhundert
Kerstin Roth (Hamburg): Autorinnen historischer Fremdsprachenlehrwerke als Sprachvermittlerinnen
Sabina Tsapaeva (Dresden): Weibliche Stimmen ohne Stimme? Zur pragmatischen Modellierung weiblicher Kommunikationspraktiken in historischen Fremdsprachenlehrwerken
Renata Kwaśniak (Berlin): Frauen als Rezipientinnen und Autorinnen der (deutschsprachigen) Hebammenbücher
Julia Hübner / Natalia Filatkina (Hamburg): Sprachgebrauch und sprachliche Praktiken von Hebammen. Neue Perspektiven auf eine Sprachgeschichte der Frau
Ileana-Maria Ratcu (Bukarest): Frauenstimmen in siebenbürgisch-sächsischen Urkunden des 16.–18. Jahrhunderts
Erika Windberger-Heidenkummer / Anna Just (Graz / Warschau): Zwischen normativer Bescheidenheit und praktischer Handlungsmacht: Sprachliches Rollenverhalten als Rolleninszenierung bei einer adeligen Frau um 1600
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Auf einen Blick: |
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| Tagungsreihe | Bausteine zu einer Geschichte des weiblichen Sprachgebrauchs |
| Rahmenthema | Weiblich sprechen – weiblich schreiben? Historische, soziolinguistische und pragmatische Perspektiven auf den Sprachgebrauch von Frauen im Deutschen bis zum 18. Jahrhundert |
| Zeitraum | 2.–3. Juli 2026 |
| Ort | Padua |
| Format | Präsenztagung |
| Abstracts | Einreichung bis 31. Dezember 2025 |
| Benachrichtigung über Annahme | 1. Februar 2026 |
| Organisation | Federica Masiero, Universität Padua |
| Veranstalterinnen der Tagungsreihe |
Federica Masiero, Universität Padua Anna Just, Universität Warschau |
Organisatorischer Hintergrund
Die geplante Tagung ist die Fortsetzung der 1993 von Prof. Dr. Gisela Brandt ins Leben gerufenen Konferenzreihe Bausteine zu einer Geschichte des weiblichen Sprachgebrauchs. Die letzte Tagung dieser alle zwei Jahre stattfindenden Reihe wurde im Jahr 2011 abgehalten. Die Konferenzbeiträge der zehn Fachtagungen, die in den Jahren 1993–2011 stattfanden, sind als Sammelpublikationen in den „Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik” bei Hans-Dieter Heinz in Stuttgart erschienen.
Nach einer Pause von fast 15 Jahren soll die Tagungsreihe unter der Leitung von Federica Masiero (Universität Padua) und Anna Just (Universität Warschau) und mit freundlicher Unterstützung von Prof. Dr. Gisela Brandt fortgesetzt werden. Sie wird ebenfalls im Zweijahresrhythmus stattfinden.
Thematischer Hintergrund
Wie sprechen Frauen? Wie schreiben sie? Und wie lässt sich „weiblicher“ Sprachgebrauch historisch beschreiben? Die geplante Tagung widmet sich dem Sprachgebrauch von Frauen im deutschsprachigen Raum bis zum 18. Jahrhundert und nimmt dabei unterschiedliche Perspektiven in den Blick: sprachhistorische Entwicklungen, soziale Kontexte sprachlicher Praxis sowie pragmatische Muster des Kommunizierens.
Obwohl Frauen über lange Zeiträume hinweg als marginalisierte Sprecherinnen und Schreiberinnen galten, haben sie vielfältige Formen der Partizipation an Sprach- und Schriftkulturen entwickelt. Die Tagung möchte diese Sichtbarkeit fördern und fragt danach, wie sich weiblicher Sprachgebrauch in unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Konstellationen manifestierte – in der mündlichen wie in der schriftlichen Kommunikation, im öffentlichen wie im privaten Raum.
Wir laden Beiträge ein, die sich unter anderem mit folgenden Themenbereichen beschäftigen:
Abstracts (ca. 300 Wörter) für 30-minütige Vorträge senden Sie bitte bis zum 31.12.2025 an: federica.masiero@unipd.it und a.just@uw.edu.pl
Rückmeldung über die Annahme erfolgt bis spätestens 1. Februar 2026.
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!
Federica Masiero
Anna Just